Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel zeigt Interesse am „Netzwerk Übergang Schule-Beruf“ / Initiative des Odenwaldkreises im Rahmen des Hessischen Ausbildungspaktes
07.08.2008
Die diesjährige Sommerreise zum Thema Ausbildung führte den Hessischen Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel in den Odenwaldkreis.
Hessenweit wurden insgesamt sieben Landkreise ausgewählt. Die Auftaktveranstaltung der Reise fand in Breuberg-Sandbach bei Pirelli Deutschland, Mitglied im Hessischen Pakt für Ausbildung, statt. Neben Vertretern von Pirelli, die ihre Ausbildungseinrichtungen vorstellten, waren auch Akteure aus dem „Netzwerk Übergang Schule-Beruf“ im Odenwaldkreis eingeladen, die über ihre Arbeit berichteten.

In dem Netzwerk sind vertreten: Schulen und Staatliches Schulamt, Kammern, Arbeitgeber, Bildungsträger, Arbeitsvermittlungen, Wohlfahrtsverbände und der Odenwaldkreis. Ziel des Netzwerkes ist, die Vorgaben des Hessischen Ausbildungspaktes zur Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit zur Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen (OloV) für den Odenwaldkreis umzusetzen.

„Minister Dr. Alois Rhiel zeigte sich beeindruckt von der Arbeit des ‚Netzwerks im Übergang Schule-Beruf’ im Odenwaldkreis. Das Netzwerkbuch - also die Sammlung aller Institutionen und deren Angebote für Jugendliche im Übergang Schule–Beruf - und die Kooperationsvereinbarung als Arbeitsgrundlage der beteiligten Akteure erfuhr bei Minister Rhiel große Beachtung“, betont die regionale Koordinatorin des OloV-Projekts, Maria Zeitler vom Jugendamt des Odenwaldkreises. „Dass sich ein Ausbilderkreis von Arbeitgebern aktiv in die Netzwerkarbeit mit einbringt und die Berufsvorbereitung in Schulen mit unterstützt, zeigt, wie eng die Themen Ausbildungsreife, Berufsorientierung und Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zusammenhängen.“

Nun wird mit Unterstützung von INBAS GmbH (Institut für Berufliche Bildung und Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik) an den Qualitätsstandards, die durch die Partner des Hessischen Ausbildungspaktes vorgegeben sind, weitergearbeitet und die Zielvereinbarungen gemeinsam festgelegt.

„Zielsetzung ist, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass die Partner aufeinander angewiesen sind. Die Wirtschaft braucht gut ausgebildete Nachwuchskräfte und hat ein ureigenes Interesse daran, dass die Schülerinnen und Schüler bestens vorbereitet in die Betriebe kommen. Inzwischen hat sich die Position vieler Arbeitgeber auch dahingehend geändert, dass sie sich aktiv bei der Berufsvorbereitung und -orientierung einbringen, um bei Ausbildungsbeginn besser qualifizierte junge Männer und Frauen im Empfang zu nehmen. Diese Dialogbereitschaft wird uns in unserer Arbeit ein weiteres Stück voran bringen“, freut sich Maria Zeitler.

Kooperationsvereinbarung soll Übergang von Schule zu Beruf weiter ebnen/Netzwerkbuch bietet Orientierungshilfe zu Angeboten im Kreisgebiet
21.12.2007
Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen den auf dem Feld der Jugendberufshilfe tätigen Akteure hat der Odenwaldkreis einen Meilenstein zur Verbesserung der Eingliederung junger Menschen in das Berufsleben genommen. Mehr als ein Jahr haben Schulen, Ausbildungsbetriebe, Agentur für Arbeit, Träger von Qualifizierungs- und Fördermaßnahmen und Jugendberufshilfe im Odenwaldkreis unter Federführung der Jugendhilfeplanerin Maria Zeitler daran gearbeitet, ein stabiles Netzwerk zu schaffen, das nun mit der Vertragsunterzeichnung einen institutionalisierten Rahmen fand.

Positives Signal

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde erklärte der Kreisbeigeordnete und Beauftragte für Schule und Jugend Dr. Michael Reuter (MdL) im Landratsamt in Erbach, er gehe davon aus, „dass ein weiteres positives Signal für die ausbildungswilligen Jugendlichen des Odenwaldkreises“ von der Unterzeichnung ausgeht. „Mit der Kooperationsvereinbarung und dem Netzwerk haben wir die auf Landesebene vorgelegten Qualitätsstandards zur Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit (OloV) bereits zum großen Teil erarbeitet und umgesetzt.“

Broschüre

Gleichzeitig wurde ein Netzwerkbuch vorgestellt, das die Vielzahl der Angebote zur beruflichen Eingliederung aufführt und die reichhaltige Menge an Hilfsangeboten, Anlaufstellen und Fördermaßnahmen anschaulich bündelt. Die Broschüre bietet einen Überblick und Grundinformationen über bestehende Programme, Angebote, Maßnahmen beruflicher Bildung und Ausbildung für Jugendliche und junge Erwachsene. Gleichzeitig enthält der Wegweiser eine Anschriftenliste der einzelnen Maßnahmenträger und eine Informationsübersicht zu den einzelnen Angeboten und Maßnahmen innerhalb einer Institution.

Regelmäßige Aktualisierung

Da sich die berufliche Eingliederungsförderung an Veränderungen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt orientieren muss, ist das Netzwerkbuch als Loseblatt-Sammlung konzipiert, so dass eine regelmäßige Aktualisierung erfolgen kann. „Alle Adressaten, Lehrerinnen und Lehrer,

Expertinnen und Experten erhalten mit dem Netzwerkbuch einen guten Überblick. Hervorzuheben ist, dass alle Beteiligten sich aktiv in die Arbeit eingebracht und regelmäßig an den Treffen teilgenommen haben. Hierfür möchte ich mich im Namen des Kreisausschusses herzlich bedanken. Nur so konnte die Vereinbarung und das Netzwerkbuch erarbeitet werden“, so Dr. Michael Reuter.

Infomationen:

Landratsamt Odenwaldkreis
Maria Zeitler
64711 Erbach
Tel.: 06062 70-462
E-Mail: m.zeitler@odenwaldkreis.de

Nachschlagewerk:
„Netzwerk Übergang Schule und Beruf im Odenwald“

Jedes neunte Kind lebt von Hartz IV Statistik: Sozialstrukturatlas über Jugend des Kreises erschlägt Leser mit Zahlen, enthält aber auch manche Überraschung
26.07.2007
War doch schon immer so, auf dem Lande werden die meisten Kinder geboren! Stimmt aber nicht, zumindest nicht im Odenwaldkreis. Gerade in den ländlichsten Gemeinden dieses Landstriches gibt es im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung die wenigsten Kinder unter drei Jahren. Nachzulesen ist dies im neuen Sozialstrukturatlas zur Situation der jungen Bevölkerung im Odenwaldkreis.

Die Fleißarbeit über 136 Seiten erschlägt den Leser zunächst mit jeder Menge Zahlen, hält eben aber auch so manche Überraschung bereit. Die Informationen stehen allen offen, die statistisches Material über die junge Generation suchen. Das sind in erster Linie Behörden, Schulen, Kindergärten, aber auch Beratungsstellen und nicht zuletzt die Jugendgerichtshilfe. Denn auch die Entwicklung der Jugendkriminalität ist ein Thema im Sozialstrukturatlas. Zusammengetragen hat das Zahlenmaterial als Auftragsarbeit der Diplom-Soziologe Till Bickelhaupt, der bei der TU Darmstadt angestellt ist. Freilich beschreiben alle statistischen Angaben lediglich die Situation im Odenwaldkreis und dessen 15 Kommunen, und das auch nur bis zum Stichtag 31. Dezember 2005. Manches hat sich also in unserer schnelllebigen Zeit schon wieder überholt.

Und mit dem Blick allein auf die Region lässt sich ohne weitere Recherchen auch nicht sagen, ob etwa ein 2,4-Prozent-Anteil der Kinder unter drei Jahren an der Bevölkerung des Odenwaldkreises nun viel oder wenig ist im Vergleich zum Bundes- oder Landesdurchschnitt. Ersichtlich ist nur, dass in Hesseneck (1,5 Prozent), Sensbachtal (1,6 Prozent) und Rothenberg (1,8 Prozent) der Klapperstorch in letzter Zeit seltener zu Gange war und eher Breuberg (3,0 Prozent) wie auch Lützelbach (2,8 Prozent) angeflogen hat. Die Folgen des Nachwuchsmangels in der Oberzent stehen auch in der Statistik: Es gibt dort jetzt deutlich mehr Kindergartenplätze als gebraucht werden. Erschreckend ist allerdings, wie viele Kinder zu Hause wohl mit Sonderwünschen abblitzen, weil die Eltern mit jedem Cent rechnen müssen. Jeder neunte Odenwälder im Alter unter 15 Jahren war Ende 2005 mit seiner Familie auf Hilfe vom Sozialamt angewiesen, in der Kreisstadt ist sogar jedes siebte Kind Hartz-IV-Empfänger. Rund 45 Prozent der jungen Betroffenen leben bei einem allein erziehenden Elternteil. Freilich dürfte sich hier die Lage angesichts anziehender Konjunktur zwischenzeitlich wieder etwas entspannt haben, wie die Kreisbehörde dazu mitteilte.

Dass die Odenwälder Jugend auch schon mal mit dem Gesetz in Konflikt kommt, ist kein Geheimnis. Erstmals haben im Jahr 2005 die Gewaltdelikte der Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren zahlenmäßig die Eigentumsdelikte übertroffen – und das sogar deutlich. Während Verstöße im Straßenverkehr seit einigen Jahren konstant auf erhöhtem Niveau verharren, kommen junge Odenwälder kaum häufiger in Konflikt mit Betäubungsmitteln als in den Jahren zuvor.

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl brauchen Jugendliche in Erbach am häufigsten Beistand der Jugendgerichtshilfe, gefolgt von Höchst, Reichelsheim und Michelstadt. In Hesseneck, Sensbachtal, Beerfelden und Brombachtal ist dies am wenigsten nötig. Insgesamt wurde die Jugendgerichtshilfe im Jahr 2005 in 553 Fällen eingeschaltet, diese Zahl lag nur einmal im Jahr 2002 höher. Unter jenen jungen Odenwäldern, denen die Staatsanwaltschaft im Jahr 2005 solchen Beistand angetragen hat, waren 40 deutschstämmige Aussiedler, aber auch 120 Jugendliche ausländischer Herkunft, die damit im Odenwaldkreis fast doppelt so häufig mit dem Gesetz in Konflikt kommen wie die Jugendlichen insgesamt.

Der Sozialstrukturatlas über die junge Bevölkerung im Odenwaldkreis kann zum Preis von acht Euro bei Jugendhilfeplanerin Maria Zeitler unter Telefon 06062 70462 bestellt werden (E-Mail m.zeitler@odenwaldkreis.de).
Zur Situation der jungen Bevölkerung im Odenwaldkreis
11.07.2007
Vorstellung des Sozialstrukturatlas im Jugendhilfeausschuss " Grundlage und Orientierungshilfe für die weitere Jugendhilfeplanung

In sechs Kapitel einschließlich Literaturverzeichnis gegliedert liegt seit dem 4. Juli 2007 der Sozialstrukturatlas für den Odenwaldkreis vor, der Aufschluss über die Situation der jungen Bevölkerung im Kreisgebiet verspricht. In der Jugendhilfeplanung wird das 140 Seiten starke Werk als Grundlage und Orientierungshilfe fürs künftige Wirken dienen, wie der stellvertretende Vorsitzende Manfred Giebenhain bei der Tagung des Jugendhilfeausschusses in Erbach sagte. Hier wurde das Buch vom Autor selbst vorgestellt: Diplom-Soziologe Till Bickelhaupt von der Technischen Universität Darmstadt präsentierte den Experten aus der Jugendarbeit des Kreises die Inhalte in "digitaler Kurzform" per Beamer auf Leinwand. Bickelhaupt beschäftigte sich mit dem Thema im Auftrag des Jugendamtes und dessen Jugendhilfeplanungsausschusses (dies ist ein Unterausschuss des Jugendhilfeausschusses).
Alle für die ebenso diffizile wie detailliert dargestellte Arbeit erhobenen Daten beziehen sich auf den Stichtag 31. Dezember 2005, so dass manche Entwicklungen bereits wieder vom raschen Wandel der schnelllebigen Gesellschaft Strömungen erfasst worden sind. Texte, Grafiken und Statistiken bieten aber eine Vielzahl von Erkenntnissen fürs lokale Handeln, die mittelfristig ihren Wert behalten dürften. Vorrangiges Ziel der Sozialraum-Analyse ist es, Lebensräume möglichst realitätsgetreu und wirklichkeitsnah abzubilden, um hierfür eine optimale Planung und Zuordnung der knapp bemessenen öffentlichen Ressourcen zu erreichen. Von den Ergebnissen der Untersuchung sollen sowohl das Jugendamt des Odenwaldkreises als auch die Praktiker der Jugendhilfe in den Städten und Gemeinden von Nutzen sein " und vor deren Hintergrund die Kinder und Jugendlichen selbst. Die erfassten Sozialdaten dienen der Planung bei allen kinder- und jugendrelevanten Fragen wie zum Beispiel in der Kinderbetreuung, zur Integration oder in Bildung und Freizeit.
Im einzelnen beschäftigen sich die Abschnitte des Bandes mit den Themen "Bevölkerung", "Kinderbetreuung und öffentliche Infrastruktur" und "Interventionsdaten". Alle 15 Kommunen im Kreisgebiet sind in dem Kapitel "Ausgewählte Strukturdaten" erfasst, ein Anhang mit tabellarischen Daten zu den vorgenannten Kapiteln schließt sich an.
In den Kernstücken skizziert der Strukturatlas die Angebote von der Kleinkindbetreuung über die Kindertagespflege bis zu den allgemeinbildenden Schulen und den Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit. In dem "Interventionsdaten" überschriebenen Teil geht es um Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit, aufgeschlüsselt nach den so genannten Rechtskreisen nach Sozialgesetzbüchern (SGB) II und III. Hier werden die Zahlen nach Hilfe-Empfängerinnen und "empfängern bis 15 Jahren, von 15 bis 21 Jahren, nach Bedarfsgemeinschaften und Bedarfsgemeinschaften mit Alleinerziehenden geordnet. Einige Seiten sind auch dem Thema Jugenddelinquenz gewidmet. Angesprochen werden dabei die Jugendgerichtshilfe des Jugendamtes, die Entwicklung der Jugendkriminalität im Odenwaldkreis in der Zeit von 1996 bis 2005 und die Straftaten Jugendlicher, differenziert nach Delikt-Kategorien.
Der Beauftragte für Schule und Jugend, Kreisbeigeordneter Dr. Michael Reuter (MdL), erläutert in seinem Vorwort zu dem Sozialstrukturatlas, dass damit eine "lebendige Datenbasis" angestrebt wurde, die zur zielgenauen Steuerung der Infrastruktur öffentlicher Einrichtungen dient. Die Erhebung soll auch Arbeits- und Entscheidungshilfen für Fachleute in der Jugend- und Sozialhilfe bieten. Dank sagt Dr. Reuter dem Verfasser für dessen Engagement und Fachkenntnis, die in das Werk eingeflossen sind, und Dr. Uwe Engfert, der Till Bickelhaupt beratend zur Seite stand. Die Koordination der Arbeit hatte Jugendhilfeplanerin Maria Zeitler übernommen, an der Gliederung des Atlas" wirkte Manfred Giebenhain mit.
Wer sich für den Sozialstrukturatlas interessiert, kann dieses Papier zum Preis von acht Euro beziehen.
Kontakte: Telefon 06062 70-462, E-Mail m.zeitler@odenwaldkreis.de

"Das kann ich" - EIBE-Schüler zeigen ihr Expertenwissen
26.04.2007
"Das kann ich" lautete der Titel einer Unterrichtsreihe in einer EIBE-Klasse an den Beruflichen Schulen Odenwald in Michelstadt, deren Schwerpunkt die Erarbeitung individueller Stärken der einzelnen Schüler zum Inhalt hatte, und die mit einer öffentlichen Präsentation vor den Osterferien ihren Abschluss fand. Das Programm zur Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt (EIBE) ist eine vom Europäischen Sozialfonds geförderte Maßnahme des Hessischen Kultusministeriums, mit der benachteiligte Jugendlichen, im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, der Einstieg in das Berufsleben erleichtert werden soll. 

Dabei boten die Schüler der Klasse 10EB3 dem interessierten Publikum aus Schülern, Lehrern, Sozialpädagogen und Vertretern öffentlicher Institutionen mit ihrem Können, Fachwissen und den Vorführungen ein wahres Kontrastprogramm: Von ferngesteuerten "Monster-Trucks", einer Hundedressur - über Fußball, Sportwagen, Computer-Spiele, Kampfsport, PC-Hardware, Pferde - bis hin zu LARP, einem mittelalterlichen Live-Rollenspiel, war alles vertreten. 

Dafür arbeiteten die Schüler in den vorangegangenen Wochen im Projekt- bzw. EDV-Unterricht an Themen aus den unterschiedlichsten Bereichen, die sie besonders interessierten und die sie sich zu Beginn des Projektes ausgewählt hatten.

"Ich war selbst überrascht, was die Jungs da auf die Beine gestellt haben", lobte Klassenlehrer Thomas Wörner seine Schützlinge. "Schließlich handelt es sich hier um Schüler, die in ihrer bisherigen Schulkarriere oft nur Misserfolge kennen gelernt haben und dem Unterricht dementsprechend frustriert gegenübertreten, was sich dann auch bei einigen in negativen Arbeits- und Verhaltensweisen äußert. Wort wie: ‚Das schaffst du nicht!' oder ‚Das kannst du sowieso nicht!', haben sie schon zu oft gehört“. Außerdem sind diese Lerngruppen mit dem herkömmlichen Unterrichtsangebot und tradierten Methoden nur schwer oder gar nicht zu erreichen. 

"Es war klasse, wie konzentriert und eigenverantwortlich die Schüler an ihren Themen gearbeitet haben, was ich von einigen bisher gar nicht kannte. Dass wir versuchen, die Stärken der Jugendlichen im Unterrichtsalltag zu nutzen und damit zu arbeiten, gehört zu unserem Beruf und wird von den Kolleginnen und Kollegen in diesen Klassen auch dementsprechend praktiziert. Eine in sich geschlossene Unterrichtseinheit zu diesem Thema durchzuführen, war jedoch schon eine ganz neue Erfahrung", so Thomas Wörner. 

Die Idee dazu entstand auf dem letztjährigen internationalen Kongress des EU-Projektes „Spinach for Popeye“ im niederländischen Den Helder. Als Vertreter des Beruflichen Schulzentrums gehört Wörner, neben sieben weiteren Lehrkräften aus Allgemeinbildenden Schulen bzw. Vertretern der Jugendarbeit im Odenwaldkreis, zur regionalen Arbeitsgruppe dieses Projektes. Einer der Schwerpunkte war dort die Stärkung der Persönlichkeit von benachteiligten Jugendlichen durch gezielte Förderung ihrer individuellen Stärken. "Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, Erfahrungen und Eindrücke dieses Kongresses direkt in meiner täglichen Arbeit umzusetzen.", erläutert der Pädagoge 

Den Aussagen der Gäste zu Folge, scheinen die Schüler auf jeden Fall davon profitiert zu haben. Sie ernteten viel Lob von den Besuchern, unter denen auch Maria Zeitler (Jugendamt / Koordinatorin EU-Projekte), Ursula Glück-Gürth (Jugendwerkstätten Odenwald), Frau Rippelbeck-Buscio (Georg-August-Zinn-Schule, Reichelsheim) und Herr Kimmel (Theodor-Litt-Schule, Michelstadt) waren.

"Ich habe heute viele Experten kennen gelernt", war eine der vielen positiven Rückmeldungen der Besucher, an die jungen Männer, so dass alle mit stolz geschwellter Brust den Vormittag Revue passieren lassen konnten. 

Zu wahren Experten auf den verschiedensten Themenfeldern entwickelten sich die Schüler einer EIBE-Klassse der Beruflichen Schulen Odenwald in Michelstadt im Rahmen ihrer Projektpräsentation unter dem Motto: „Das kann ich“.

Odenwaldkreis setzt weiter auf Vernetzung der lokalen Akteure im Übergang von Schule zu Beruf
05.01.2007
Das Jugendamt des Odenwaldkreises treibt die Vernetzung der lokalen Akteure im Übergang von Schule zu Beruf weiter voran. Im Rahmen eines Workshops mit dem Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH (INBAS) Mitte Dezember wurden bereits vorhandene Ansätze vertieft und die Ausgangslage im Odenwaldkreis weiter erörtert. Hintergrund des Vernetzungsprojektes ist die latente Gefahr insbesondere für schwächere Schüler, angesichts der schwierigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt dauerhaft vom gesellschaftlichen Arbeitsprozess ausgeschlossen zu bleiben. Bereits im September hatte das Jugendamt mit der Auftaktveranstaltung „Wohin mit den Jugendlichen die kein Mensch mehr braucht?“ im Kloster Höchst die Thematik aufgegriffen. 

Während der Veranstaltung wurde vereinbart ein Überblick über die im Odenwaldkreis vorhandenen Institutionen und deren Angebote und Maßnahmen zur Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Mit Hilfe eines zu erstellenden Nachschlagewerkes soll somit die Zusammenarbeit der einzelnen Akteure erleichtert und der Informationsaustausch verstärkt werden. Gleichzeitig wurde die Zielvorgabe formuliert, den Dialog mit den lokalen Arbeitgebern zu intensivieren und deren Ausbildungsbereitschaft zu stärken. Mit Hilfe dieses Dialogs sollen ebenfalls die Erwartungen der Unternehmen an mögliche Auszubildende abgefragt und in konkrete Bildungsprogramme überführt werden. Grundlage hierfür ist ein bereits vorhandener Kriterienkatalog, der im Rahmen des Nationalen Pakts für Ausbildung unter Beteiligung der Bundesministerien für Arbeit, Wirtschaft und Technologie sowie Bildung und Forschung und der Handwerks- und Industrieverbände angefertigt wurde.

 

Die Vernetzung der lokalen Akteure beim Übergang von Schule zu Beruf im Odenwaldkreis weiter voranzutreiben, war Zielsetzung eines Workshops des Jugendamtes unter Leitung des Instituts für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH (INBAS) und dessen Referentin Andrea Nispel.

„Sei Dein eigener Unternehmer“
27.11.2006

„Be your own entrepreneur - Sei dein eigener Unternehmer oder habe Mut Dich Deiner Stärken zu bedienen und sie für Dich selbst gewinnbringend einzusetzen.“ So lautete das Motto des diesjährigen EU-Kongresses in Den Helder (Holland) im Rahmen des EU-Jugendhilfeprojektes „Spinach for Popeye“, das bereits seit 1997 erfolgreich im Odenwaldkreis durchgeführt wird.

In diesem Projekt wollen die europäischen Länder voneinander lernen, welche Maßnahmen umgesetzt werden müssen, um Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf am effektivsten zu unterstützen.

Unter Beteiligung der Partner aus Holland (Den Helder), Schottland (Falkirk), Estland (Tallinn), Schweden (Göteborg) und des Odenwaldkreises wurde intensiv diskutiert und ein reger Austausch gepflegt.

Aktuell an diesem Thema gearbeitet haben Ingrid Schenkel, Oberzentschule-Beerfelden, Thomas Wörner, Berufliche Schulen des Odenwaldkreises (Michelstadt), Sylvia Rippelbeck-Buscio, Georg-August-Zinn-Schule (Reichelsheim) Horst Heuß, Georg-Ackermann-Schule (Rai-Breitenbach), Ursula Glück-Gürth, Jugendwerkstätten Odenwald e.V. (Erbach), Alexandra Putz, Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft (Michelstadt), Andreas Kimmel, Theodor-Litt-Schule (Michelstadt) unter der Leitung von Maria Zeitler vom Jugendamt des Odenwaldkreises.

Anregungen erhielten die Delegierten auch über ein Projekt, das die verstärkte Einbindung von Gesundheitsbewusstsein und Körper in der Arbeit mit Jugendlichen umfasst. Sich in seinem eigenen Körper Wohlfühlen, um gestärkt in die Welt hinausgehen zu können, ist eine entscheidende Grundlage beim Heranwachsen und Hineinwachsen in die Gesellschaft. Sich selbst akzeptieren, sich in Bezug zu anderen zu setzen und von Fehlern lernen zu dürfen, ist in der globalisierten und technologisierten Welt schwieriger geworden. Beispielhaft ist auch ein weiteres Projekt an einer Schule in Den Helder. Dort wird eine komplette Firma nachgestellt, in der kaufmännische Abläufe realitätsnah erlernt werden können.

Zusätzlich gilt es das Augenmerk auf die veränderten Lernstile von Jugendlichen richten. Was interessiert Jugendliche und wie können wir dies effektiver im Unterricht nutzen und sie besser motivieren? Stärker zu berücksichtigen ist ebenso das informelle Lernen (also nicht organisiertes Lernen außerhalb von Schule) für die Entwicklung sozialer Kompetenzen.

Das auf dem vorjährigen Kongress im Odenwaldkreis initiierte Projekt „Lebensführerschein“, das mittlerweile in einer Klasse der TLS in Michelstadt umgesetzt wird, hat Andreas Kimmel den Delegierten in Den Helder theoretisch und praktisch vorgestellt. Dabei mussten die Teilnehmer bestimmte Aufgaben erfüllen, die sich auch in der Unterrichtskonzeption wiederfinden und die Lebenskompetenzen sozial benachteiligter Jugendlicher stärken sollen. Inhalt dieses Programms ist die Vermittlung ganz alltäglicher Problemlösungskompetenzen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses sind auch in diesem Jahr wieder mit vielen neuen Anregungen nach Hause gefahren. Sie werden die Ideen in ihre Arbeit einfließen lassen und an ihre Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Ganz konkret wird Thomas Wörner von den Beruflichen Schulen Odenwald ein Projekt entwickeln, das an den individuellen Interessen der Schülerinnen und Schüler ansetzt. Dessen Ergebnisse werden dann der Arbeitsgruppe und Interessierten präsentiert

 

Jugendberufshilfe bei Workshop zum Thema "Schulverweigerer" in London
09.10.2006
Werkzeuge an die Hand geben, statt allein Wissen zu vermitteln

Ein Zitat von Albert Einstein lieferte das Motto des zweiten Workshops im Rahmen des EU-Projektes "Early School Leavers" (Schulverweigerer), der dieser Tage in London stattgefunden hat: "Wir können Probleme nicht durch den Gebrauch der gleichen Denkweisen lösen, mit denen wir sie geschaffen haben."

Beteiligt an der Suche nach diesen neuen Denkweisen waren auch Vertreter aus dem Odenwaldkreis: Alexandra Putz, Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V., Ursula Glück-Gürth (Jugendwerkstätten Odenwald e.V.) und Eric Fecher (Kommunales Job-Center) unter der Leitung der Projekt-Koordinatorin Maria Zeitler vom Jugendamt/Jugendberufshilfe.
Dabei hatte die Odenwälder Delegation auch Einiges beizutragen, was sich unter anderem bei der Präsentation des Projektes MMZ (Mädchen-Medien-Zukunft) des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft e.V. zeigte In diesem Projekt werden junge Frauen aus dem Odenwald für den Arbeitsmarkt mit Erfolg motiviert und qualifiziert.

Dass solche "Jugendlichen-Projekte" durchaus begeistern können, zeigte eine Initiative in Spanien. Dort wurde unter anderem eine Kirche restauriert, die bereits seit 30 Jahren stillgelegt war und der Bevölkerung anschließend als Museum zur Verfügung gestellt werden konnte. Ein Paradebeispiel dafür, wie theoretische und handwerkliche Fähigkeiten verknüpft werden können, wenn Jugendliche die Schule vorzeitig verlassen haben und Erwerbsarbeit suchen. "Wir müssen Überlegungen anstellen, ob ähnliche Projekte auch bei uns umgesetzt werden können", so Maria Zeitler.

Welche Möglichkeiten aber gibt es, um Jugendliche im Schulsystem zu halten? Leif Olin vom Erziehungsdepartment aus Helsingborg (Schweden) hielt einen bemerkenswerten Vortrag über den Perspektivwechsel, der in Schweden vollzogen wurde, nachdem Lehrer und Politiker das neuseeländische Schulsystem vor Ort studiert und auf den skandinavischen Staat übertragen haben. Das schwedische Schulsystem ist nicht mehr an starren Regeln orientiert, sondern an Zielen, die durch individuelle Förderpläne und einem auf das Kind abgestimmten Stundenplan erreicht werden sollen. "Die reine Wissensvermittlung wird den Anforderungen in einer globalisierten Welt nicht mehr gerecht. Damit die Jugendlichen den zukünftigen Anforderungen tatsächlich gewachsen sind, müssen wir ihnen in der Schule Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie sich Wissen aneignen und Problemlösungsstrategien selbstständig erarbeiten können." erläutert Maria Zeitler den neuen Bildungsansatz.

"Wir brauchen selbstbewusste Jugendliche, die an sich glauben und fit fürs Leben sind. Gleichzeitig müssen wir die Jugendlichen in die Lage versetzen, konstruktiv mit Krisensituationen wie Arbeitslosigkeit umzugehen. Den Jugendlichen die Fähigkeiten zu vermitteln, um sie auf diese Zukunft vorzubereiten und ihr eigenes "Unternehmer-Dasein" zu schaffen, das wird immer mehr zur Aufgabe der Schulen werden. Einen breiteren Zugang zum Lernen zu ermöglichen und den Blickwinkel zu ändern, ist gemeinsam mit den am Projekt teilnehmenden Lehrkräften und Sozialpädagoginnen sowie Sozialpädagogen Zielsetzung des EU-Projekts." So soll "Early School Leavers" helfen neue Denkweisen zu entwickeln und die Grundlagen für deren Umsetzung zu erarbeiten.

"Die reine Wissensvermittlung wird den Anforderungen in einer globalisierten Welt nicht mehr gerecht." - Vier Vertreter/-innen aus dem Odenwald erarbeiten deshalb im Rahmen eines internationalen Projektes neue Bildungsansätze: Eric Fecher vom Kommunalen Job-Center, Alexandra Putz vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V., Ursula Glück-Gürth von den Jugendwerkstätten Odenwald e.V. und Projekt-Koordinatorin Maria Zeitler vom Jugendamt des Odenwaldkreises. Zum Bericht.

Jugendamt treibt lokale Vernetzung der Jugendhilfeeinrichtungen und Schulen voran
21.09.2006
Tagung im Spannungsfeld Schule-Beruf in Höchst " Denkanstöße von TU-Professor und Expertenworkshops

Eingebunden in das europäische Projekt: "Early School Leavers" (Schulverweigerer) wurde am 11. September 2006 auf regionaler Ebene eine Tagung mit dem Titel "Zukunft ist heute - wohin mit den Jugendlichen, die kein Mensch mehr braucht?" durchgeführt. Eingeladen wurden alle Träger von Qualifizierungs- und Fördermaßnahmen der Jugendberufshilfe, Jugendhilfe und Schule im Odenwaldkreis mit dem Ziel sich zukünftig weiter zu vernetzen und zu versuchen, die vorhandenen Angebote zu optimieren, weiter auszubauen und noch besser aufeinander abzustimmen.

Angesichts der schwierigen Lage auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt besteht insbesondere für schwächere Schülerinnen und Schüler die Gefahr dauerhaft vom gesellschaftlichen Arbeitsprozess ausgeschlossen zu bleiben. Mangelnde Zukunftsperspektiven und damit einhergehende Desorientierung von Jugendlichen führen zu weit reichenden gesamtgesellschaftlichen Problemlagen und bedürfen deshalb dringend neuer Lösungsansätze. Bereits seit mehreren Jahren arbeitet der Odenwaldkreis mit allen in diesem Bereich relevanten Institutionen sowie den Städten und Gemeinden und den Schulen zusammen. Ziel ist eine Verbesserung der Eingliederung in das Berufsleben, insbesondere für sozial benachteiligte junge Menschen. Gleichzeitig findet eine Abstimmung mit den ortsansässigen Firmen und den Unternehmensverbänden statt. Bei der Tagung im Kloster Höchst i. Odw. haben alle Beteiligten Konzepte erarbeitet, um die Arbeit noch intensiver zu koordinieren und zu verbessern.

Professor Dr. Joseph Rützel, Leiter der Berufspädagogik der Technischen Universität Darmstadt, lieferte durch sein Referat "Erfundene Räder bewegen " neue Räder erfinden" zahlreiche Denkanstöße für die am gleichen Tag unmittelbar folgende Arbeit in den Expertenworkshops. So erläuterte Prof. Rützel zunächst den Wandel der Arbeits- und Berufswelt und die damit einhergehende Aufweichung der Normalarbeitsverhältnisse, strukturelle Defizite beim Ausbildungsangebot, veränderte Rahmenbedingungen im Berufsbildungssystem sowie eine weit reichende Individualisierung der Lebenskonzepte. "Wir sind heute mit anderen Voraussetzungen konfrontiert als noch vor 20 Jahren. Aus diesem Grund bedarf es auch anderer Lösungsansätze."

Das Konzept des Fördern und Forderns kann nur dann funktionieren, wenn ein entsprechend abgestimmtes Konzept der Förder- und Qualifizierungsmaßnahmen bereit gehalten wird. Dabei geht es um mehr als um die rein berufliche Qualifizierung und die Vermittlung technischer Kompetenzen. "Die Konzepte sind in Teilen schon vorhanden. Wir müssen die bereits erfundenen Räder bewegen und neue Räder erfinden", so Prof. Rützel. Neben den am Erwerbsleben orientierten Angeboten soll deshalb die individuelle Arbeit mit den Jugendlichen verstärkt werden. Mängel an sozialer Kompetenz oder persönliche Konfliktlagen müssten deshalb zukünftig verstärkt mit in die Diagnose der jeweiligen Problemsituation und die daraus zu entwickelnden Hilfskonzepte einfließen. "Wir brauchen Qualifizierungsbausteine, die eine ganzheitliche Bildung ermöglichen und die Stärken unserer jungen Menschen Schritt für Schritt zum Vorschein bringen. Gleichzeitig müssen die Berufsbilder auch für Seiteneinsteiger geöffnet und eine Verbindung von Erstausbildung und Weiterbildung geschaffen werden."

Um dies zu erreichen, haben die Anwesenden eine Intensivierung der regionalen Kooperation miteinander verabredet. Maria Zeitler vom Jugendamt des Odenwaldkreises fasst zusammen: "Alle Teilnehmer waren sich darin einig, das die Arbeit der regionalen Netzwerke weiter ausgebaut und intensiviert werden muss. Gleichzeitig muss die Arbeit besser koordiniert und der Erfahrungs- und Informationsaustausch forciert werden. Außerdem brauchen wir bei der Entwicklung von neuen Angeboten dauerhaft die Mitarbeit möglichst vieler Beteiligter. Die Tagung im Kloster Höchst ist deshalb ein erster Schritt zur langfristigen Verbesserung unserer Zusammenarbeit gewesen und wird durch zukünftige, regelmäßige themenorientierte Treffen gefestigt."

Schulisches Aus soll nicht das Ende sein
06.07.2006
Sozialmodell: Odenwaldkreis arbeitet an der Übernahme eines Projekts der Europäischen Union für Problemjugendliche

ODENWALDKREIS. Der Odenwaldkreis will ein Netzwerk für junge Menschen aufbauen, die in der Regelschule gescheitert sind und so ins berufliche und soziale Abseits zu geraten drohen. Mit dem Ziel, solche Heranwachsende doch noch in die Gesellschaft einzugliedern, beteiligt sich die Kreisverwaltung in Zusammenarbeit mit Schulen des Landstrichs an einem bereits laufenden Projekt der Europäischen Union. Es trägt den Titel "Restart – Early School Leavers" (in etwa zu übersetzen mit "Neuanfang – Frühe Schulabgänger", d. Red.)

Wie aus einer Pressemitteilung des Landratsamts hervorgeht, nimmt der Odenwaldkreis die entsprechende Chance als einzige Region in Deutschland wahr. Er trägt damit der Erkenntnis Rechnung, dass Heranwachsende ohne Schulabschluss oder mit einer nur geringen Qualifikation auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sind und so kaum noch ein reguläres Arbeitsleben erreichen können. Ohne diesen Einstieg aber ist ihr existenzielles Scheitern programmiert.

Mit dem Ziel, möglichst viele junge Odenwälder vor diesem Schicksal zu bewahren, traf sich Maria Zeitler vom Kreisjugendamt bereits im Dezember 2005 mit den Vertreterinnen und Vertretern neun weiterer europäischer Partnerländer und den Organisatoren von "Quartiers en Crise" (QEC-ERAN) in Brüssel, um einen konkreten Aktionsplan auszuarbeiten. Inzwischen sind die Vorbereitungen vertieft worden: Sylvia Rippelbeck-Buscio von der Georg-August-Zinn-Schule in Reichelsheim, Horst Heuß von der Georg-Ackermann-Schule in Rai-Breitenbach und Ursula Glück-Gürth von den Jugendwerkstätten Odenwald in Erbach nahmen gemeinsam mit Maria Zeitler am ersten Fachkongress zum Thema in Amsterdam teil. Er stand unter der Leitung von Haroon Saad, dem Europa-Direktor von "Quartiers en Crise".

Neben wissenschaftlichen Vorträgen von Professor Dan Finn (Universität Portsmouth, England) und Professor Bernard Escande vom französischen Kultusministerium rückten bereits laufende Fördermaßnahmen in den Partnerländern Slowenien und England in den Blickpunkt. Sie bemühen sich darum, haltlose Jugendliche in Ljubljana und London aufzufangen. Weiteres Augenmerk richtete sich auf die Situation im Amsterdamer Stadtteil Zuidoost, wo auch zwei innovative soziale Projekte besichtigt wurden.

Für die Arbeit im Odenwaldkreis hat Maria Zeitler von diesen Erfahrungen die Erkenntnis abgeleitet, dass eine erfolgreiche Eingliederung Heranwachsender ohne Schulabschluss eine enge Zusammenarbeit und Vernetzung der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bereiche voraussetzt. Im Odenwaldkreis soll in den nächsten Monaten ein entsprechendes Netzwerk aufgebaut werden. Zur weiteren Sensibilisierung für das Thema will Zeitler im Herbst 2006 einen Fachtag arrangieren.

Quelle: Odenwälder Echo vom 13.04.2006

Eine Ausbildung – drei Betriebe Verbundausbildung bietet Chancen für Unternehmen, Verwaltung und junge Erwachsene
08.01.2007
Nahezu sechzig Bewerbungen, mehrere Vorstellungsgespräche und Einstellungstests, kein Ausbildungsvertrag: Ernüchternd erschien die Bilanz von Benjamin Uhrig aus Brombachtal in der Phase seiner Suche nach einem Ausbildungsplatz; in Zeiten des Lehrstellenmangels jedoch mehr Regel denn Ausnahme. Bis zu dem Zeitpunkt als Benjamin Uhrig in den Brombachtaler Nachrichten die Ausschreibung einer Lehrstelle im Ausbildungsverbund entdeckte, dazu noch im gewünschten Berufsfeld: Kaufmann für Bürokommunikation – passt ja wie die „Faust aufs Auge“, dachte sich Benjamin Uhrig - der sich ohnehin für die Arbeit mit Computern interessierte - und lernt heute in mehreren Ausbildungsstätten im Verbund dreier Partner. 

Organisiert wird die Verbundausbildung von Projektleiterin Maria Zeitler beim Odenwaldkreis, der auch als Leitbetrieb für die Ausbildung verantwortlich zeichnet. Hinzu gesellen sich mindestens zwei weitere Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen, die für eine klar geregelte Zeit und entsprechende finanzielle Beteiligung den Auszubildenden in ihren Betrieb aufnehmen, um dort ihr berufliches Know-how zu vermitteln. Bei Benjamin Uhrig sind die Gemeindeverwaltung Brombachtal und die Firma Grieser - Fachzentrum für Holz und Wohnen am Verbund beteiligt.

Sowohl Bürgermeister und „Dienstherr“ Willi Kredel als auch „Lehrmeister“ Markus Lukschanderl von der Firma Grieser sind begeistert von dem Projekt und loben das Engagement des Odenwaldkreises, ohne das die Lehrstelle sicher nicht entstanden wäre. „Wir wollten unseren Beitrag zur Bekämpfung des Lehrstellenmangels leisten, für eine kleine Verwaltung wie hier in Brombachtal wäre aber zum einen der Kostenfaktor zu hoch, zum anderen sind die organisatorischen Aufgaben kaum zu bewältigen. Nachdem entschieden war, dass die Gemeindevertretung die Maßnahme unterstützt, war jedoch klar: An dem Projekt werden wir uns beteiligen“, so Willi Kredel. Ins gleiche Horn bläst Markus Lukschanderl: „Wir bilden bereits eigenständig aus, hätten aber keinen zweiten Azubi einstellen können, wenn das Angebot nicht vorhanden wäre.“ 

So entstand mit der Lehrstelle gleichzeitig ein Zusammenspiel der ungewöhnlichen Art. Privatwirtschaft und Öffentliche Hand arbeiten eng zusammen und profitieren von den Erfahrungen und Sichtweisen, die Benjamin Uhrig jeweils nach einem halben Jahr mit in den Betrieb oder die Verwaltung bringt. „Es ist für uns beide interessant zu beobachten wie ein junger Mensch in den drei Jahren der Ausbildung heranreift. Jeweils beim Wechsel sind neue Fähigkeiten zu erkennen“ erläutert Willi Kredel und Markus Lukschanderl ergänzt: „ Anpassungsfähigkeit und Flexibilität werden durch den Einsatz in verschiedenen Lehrstätten erhöht. Außerdem sorgt der Odenwaldkreis für zusätzliche Fortbildungen zum Beispiel in der EDV oder auch mit Englisch-Kursen.“ 

Benjamin Uhrig fühlt sich wohl in seiner Rolle als „Pendler“ zwischen den drei Einrichtungen: „Ich lerne verschiedene Arbeitsabläufe kennen und bekomme einen Einblick, wo die Unterschiede zwischen Verwaltung und Firma liegen. Außerdem treffe ich auf neue Kollegen, was die Sachen zusätzlich spannend macht.“ Dabei weiß Benjamin Uhrig, dass in keiner der Ausbildungsstätten eine Übernahmegarantie besteht. „Ich muss mich halt weiter anstrengen“, lautet sein Fazit.

Wer sich über das Thema Verbundausbildung informieren möchte, kann Kontakt mit Projektleiterin Maria Zeitler unter 06062/70462 bzw. m.zeitler@odenwaldkreis aufnehmen. Dort ist auch ein Informationsflyer zur Verbundausbildung erhältlich.

Drei Betriebe ein Auszubildender: Benjamin Uhrig (vorne) an seinem Arbeitsplatz in der Gemeindeverwaltung Brombachtal mit Projektleiterin Maria Zeitler, Brombachtals Bürgermeister Willi Kredel und Markus Lukschanderl von der Firma Grieser - Fachzentrum für Holz und Wohnen.

Odenwaldkreis bietet seinen Verbund-Auszubildenden Sprachkurs zur Vertiefung der Englischkenntnisse
21.12.2006
Auch im laufenden Ausbildungsjahr hat der Odenwaldkreis seinen Verbund-Auszubildenden erneut einen Englischkurs zur Vertiefung der Sprachkenntnisse angeboten. Wie die Leiterin des Projektes "Verbundausbildung" Maria Zeitler informiert, haben insgesamt zehn Teilnehmer, darunter zwei Industriekaufleute und acht Kaufleute für Bürokommunikation an dem Seminar, das sonntags und montags durchgeführt wurde, teilgenommen.

"Unser Seminar-Angebot ist neben der Vermittlung und Auffrischung von Grammatik und Vokabularkenntnissen direkt an den Bedürfnissen der Wirtschaft ausgerichtet. So werden als weitere Inhalte auch das Abfassen von Geschäftsbriefen und E-mails sowie die telefonische Gesprächsführung in englischer Sprache geübt. Somit profitieren umso mehr auch die Ausbildungspartner, die zunehmend internationale Geschäftsbeziehungen unterhalten."

Durchgeführt wird das Seminar von der Fachbereichsleiterin der Volkshochschule/Akademie für Lebenslanges Lernen im Odenwaldkreis, Karen Wallot. "Mrs Wallot, die selbst in englischer Muttersprache aufgewachsen ist, kann zusätzlich Detailkenntnisse weitergeben, über die andere nicht verfügen. So wird manche Feinheit und Finesse insbesondere hinsichtlich der direkten Kommunikation vermittelt. Außerdem kommt der engagierte Unterricht, gepaart mit spielerischer Leichtigkeit und Spaß am Lernen, sehr gut bei den Verbund-Auszubildenden an", so Maria Zeitler.

Fortbildungsveranstaltungen für die Verbundauszubildenden werden vom Odenwaldkreis einmal jährlich in Absprache mit den Verbundbetrieben durchgeführt. Diese Serviceleistung, durch den Kreisausschuss des Odenwaldkreises organisiert, wird durch Fördergelder vom Land Hessen und durch Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.
Weitere Informationen sind bei der Projektleiterin der Ausbildungsverbünde Odenwaldkreis, Maria Zeitler erhältlich: Telefon 0 60 62 / 7 04 62; E-Mail: m.zeitler@odenwaldkreis.de. 

Insgesamt zehn Verbund-Auszubildende des Odenwaldkreises nahmen auch in diesem Jahr am Englischkurs von Karen Wallot (rechts) teil, um ihre Englischkenntnisse insbesondere hinsichtlich der Anforderungen in ihren Unternehmen auszubauen.

Spinach for Popeye Kongress im Odenwaldkreis
26.09.2005
Der EU-Kongress "Spinach for Popeye", ein Jugendberufshilfe-Projekt, findet dieses Jahr im Odenwaldkreis vom 07.11. bis 12.11.2005 in Erbach statt.

Der Kongress beschäftigt sich dieses Jahr mit dem Thema:

Prävention und Intervention

Sinnvolle Lebensgestaltung für Jugendliche ohne Chancen auf dem Arbeitsmarkt

"Fit for Life" / Entwicklung innovativer und lebensweltorientierter pädagogischer Konzepte

Teilnehmende EU-Partnerländer neben dem Odenwaldkreis sind: Niederlande (Den Helder), Schottland (Falkirk), Schweden (Helsingborg, Göteborg), Spanien (Sabadell), Italien (Palermo)

popeye

Erster Erfolg der Ausbildungsallianz
24.02.2004
Die von Landrat Horst Schnur und Erstem Kreisbeigeordneten Dr. Michael Reuter Ende Juni gemeinsam mit verschiedenen Institutionen und Unternehmen im Odenwaldkreis initiierte Ausbildungsallianz zur Schaffung von Ausbildungsplätzen für Jugendliche meldet erste Erfolge. Wie die Jugendberufshilfe des Odenwaldkreises am Donnerstag (10. Juli) mitteilte, sind die fürs erste erhofften fünf Verbund-Ausbildungsplätze gefunden. Ihre Beteiligung an der auf drei Betriebe und/oder Behörden gestützten Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Bürokommunikation sicherten die Firmen Bechtold & Söhne, Braun & Wettberg, HI-Kabelkonfektionierung (alle Beerfelden), das Brensbacher Unternehmen Ritter und die Gemeinde Brensbach sowie die Firmen Maul (Bad König-Zell) und LKY (Erbach) zu.
Schnur und Dr. Reuter freuen sich darüber, dass weitere fünf Lehrstellen gemeldet wurden: Für das Kreiskrankenhaus bestätigte Verwaltungsdirektor Andreas Schwab, dass für die nächsten Jahre je zwei zusätzliche Ausbildungsplätze in der Kranken- und Altenpflege zur Verfügung gestellt werden.
Zwei Angebote liegen auch vom Beerfelder Betrieb Edelmann Graphics vor. Dort bekommen junge Leute die Chance zur Ausbildung als Industriemechanker/in und Industriekauffrau bzw. -kaufmann.
Außerdem bietet zum 1. August dieses Jahres die Lützelbacher Firma Lohwasser Elektrotechnik einen „kompletten“ Ausbildungsplatz zum Elektroinstallateur.
Für die fünf im Verbund offerierten Ausbildungsplätze nimmt der Odenwaldkreis Bewerbungen bis zum 31. Juli entgegen. Sie sind – versehen mit dem Stichwort Ausbildungsallianz – zu senden an das Personalamt des Odenwaldkreises, Michelstädter Straße 12, 64711 Erbach.
Nähere Informationen zum Thema Ausbildungsallianz gibt die Kinder- und Jugendförderung des Odenwaldkreises, Fachstelle Jugendberufshilfe, Maria Zeitler, Telefon 06061 / 943347, Fax 06061 / 943355; E-Mail: m_zeitler@odenwaldkreis.de

Landrat sucht Partner für Ausbildungsallianz
10.07.2003
Für Mittwoch, den 18. Juni, 17.00 Uhr, hat Landrat Horst Schnur zu einem ersten Treffen potentielle Allianz-Partner ins Landratsamt eingeladen, um seine Idee der Ausbildungsallianz sowie das Thema Ausbildungsverbünde vorzustellen. Für die Allianz gewinnen möchte der Landrat neben den Städten, Gemeinden, freien und öffentlichen Trägern auch regionale Unternehmen der Industrie, des Handels und des Handwerks. Auch kleinere und mittlere Betriebe müssten nicht mehr auf Ausbildung im eigenen Betrieb verzichten, wenn sie sich mit anderen Unternehmen zu Ausbildungsverbünden zusammenschließen.
Schnur: „Unser aller Anstrengung muss es sein, in wirtschaftlich schlechteren Zeiten kreative, ideenreiche Wege zu gehen, damit Jugendliche eine positive Berufs- und Lebensperspektive entwickeln können und ihren Platz in unserer Gesellschaft finden“.
Die derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklungen, schwache Konjunkturdaten und die dramatische Lage auf dem Ausbildungs- und Beschäftigungsmarkt lassen befürchten, dass in diesem Jahr noch mehr Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne berufliche Perspektive sein werden.
Stimmen die März-Zahlen noch?
Zumindest sprechen die Eckdaten des Arbeitsamtsbezirks Erbach eine deutliche Sprache.
Laut Erhebung für März 2003 waren 577 als Ausbildungsplatzsuchende und 309 Ausbildungsplätze beim Arbeitsamt Erbach gemeldet. Den 153 unbesetzten Ausbildungsplätzen standen jedoch 345 Ausbildungsplatzsuchende gegenüber. Das sind mehr als doppelt so viele Bewerber und ganz sicher nicht ausschließlich Schülerinnen oder Schüler mit schlechten Noten. Selbst Jugendliche, die mit einem qualifizierten Schulabschluss aufwarten können, haben inzwischen Probleme, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden.
Hinzu kommen noch die Jugendlichen und Schulabgänger, die keine Ausbildung anstreben und deshalb auch nicht in der Berufsberatung gemeldet sind, weil sie „nur“ einen Arbeitsplatz suchen.
Der Odenwaldkreis selbst ist bereits größter Ausbilder im Kreisgebiet. Rund sechs Prozent der Beschäftigten in der Kreisverwaltung sind Auszubildende. Für September 2003 sind bereits sechs Ausbildungsverträge in der Kreisverwaltung unterschrieben. Hinzu kommen laufende Ausbildungsmaßnahmen im Gesundheitszentrum Odenwaldkreis (60 Krankenpflege-, 25 Altenpflegeschüler/innen, zwei Arzthelfer/innen) und in den Beruflichen Schulen Odenwaldkreis (36 Tischler, 17 Holzbildhauer, 13 Elfenbeinschnitzer und sieben Drechsler).